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Tradition und Moderne

"Haltet mir meine Lehre rein." Sebastian Kneipp

Unsere Historie

Das Sebastianeum wurde 1891 von Pfarrer Sebastian Kneipp persönlich gegründet.
Hier führte er seine berühmten Sprechstunden für seine Kurgäste durch. Noch heute speisen unsere heilfastenden Gäste in diesem Sprechzimmer mit seinen Gemälden und der reich verzierten Stuckdecke und spüren den besonderen Geist des Ortes.

 

Der Träger des SEBASTIANEUMS ist der Orden der Barmherzigen Brüder Bayerische Ordensprovinz KdöR.

 

Kneipp‘s Vermächtnis an die Barmherzigen Brüder

Die ersten Barmherzigen Brüder trafen am 1. Oktober 1892 im Sebastianeum ein: Frater Bonifaz Reile, Frater Benno Perschlmeier und später noch Frater Max Schips. Pfarrer Sebastian Kneipp hatte sie geholt, weil sie seine Methode der Wasserkur erlernen und nach seinem Tode weiterführen sollten.

1893 wurde das Sebastianeum dem Orden der Barmherzigen Brüder übergeben, der seitdem Träger des Hauses ist.

Auf einer Marmortafel am Eingang des Sebastianeums ist das Kneipp’sche Testament zu lesen:

Nach dem Tod von Kneipp 1897 übernahm Prior Reile die Nachfolge und das Sebastianeum bekam in den folgenden Jahren eine Gesamtsanierung. Während des 1. Weltkriegs diente das Sebastianeum als Lazarett.

Es folgen schwierige Jahre. Erst 1924 konnten endlich wieder längst fällige Reparaturen und Umbauten vorgenommen werden. 1927 waren es 35 Jahre, daß der Orden der Barmherzigen Brüder von Pfarrer Kneipp nach Bad Wörishofen geholt wurde. Die Männer im schwarzen Habit enttäuschten ihn nicht. Ohne sie hätte das Werk Kneipps nie den heutigen Umfang angenommen. Die Besucherzahl wuchs von Jahr zu Jahr und immer mehr Menschen bekannten sich zu Pfarrer Kneipps Methode.

Während des 2. Weltkriegs beschlagnahmte man das Sebastianeum immer wieder als Lazarett.

Im August 1945 machten die Amerikaner aus dem Sebastianeum eine Kaserne. Sie blieben vier Wochen und versetzten das Gebäude in einen unmöglichen Zustand. Im Oktober zogen 400 Balten im Sebastianeum ein und benützten es als Lager.

Das Jahr 1948 brachte die Befreiung, sodass das Sebastianeum wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt werden konnte. Nach dem Abzug der Flüchtlinge ging die Wiederinstandsetzung los. Wochenlang hatten Putzfrauen zu tun, sämtliche Möbel mussten abgezogen, das Linoleum ersetzt und viel anderes wiederbeschafft werden. Aber dann war das Sebastianeum wieder aufnahmefähig. In den folgenden Jahren hätte das Sebastianeum Kurgäste genug haben können, aber wegen Platzmangel mußten diese in fremden Häusern untergebracht werden. Aus diesem Grund plante der damalige Prior Rumald Wünsch einen Erweiterungsbau im Jahr 1957 und den Umbau St. Raphael, der 1958 feierlich eingeweiht wurde.

Der Orden der Barmherzigen Brüder gründete zur Unterstützung im Dienst an kranken und erholungssuchenden Menschen im Jahr 1958 die „Raphael-Schwesternschaft“.

Der heilige Erzengel Raphael war der große Helfer des heiligen Johannes von Gott, des Stifters des Ordens der Barmherzigen Brüder. So war es naheliegend, dass die Schwestern ihn zu ihrem Patron erwählten.

Am Anfang standen Schwester Gertrud Bitscher und der Barmherzige Bruder Frater Rumald Wünsch, 1960 die zweite Oberin Sr. Cäcilia Geisler und 1970-1973 und ab 1982 Sr. Irmgard Poeplau.

Von 1958 – Dez. 1968 arbeiteten die Schwestern gemeinsam mit den Barmherzigen Brüdern. Am 1. Januar 1969 übernahmen die Schwestern auf vertraglicher Basis das Sebastianeum und führten es bis 1998 in eigener Verantwortung.

Aktuell leben die Schwestern Irmgard Poeplau (Oberin), Erika Derfuß, Franziska Fissla, Dorothea Berger, Theresia Schranner und Josefine Anwander in der Raphael-Schwesternschaft im Sebastianeum. Sie stehen für die religiöse Grundausrichtung des Hauses und verrichten gerne ehrenamtliche Dienste, soweit im Alter noch möglich.

Durch viele Sanierungen und Umbauten wurde das Sebastianeum zur Kurklinik und seit 2012 zu einem Viersterne Kneipp- & Gesundheitsresort. Hier können die Gäste die unverfälschte Kneipptherapie modern und zeitgemäß erleben. Das Erbe Kneipp’s wird von den Schwestern, der Leitung und den Mitarbeitern auch nach über 125 Jahren erfolgreich weiter in die Zukunft getragen.

Kneipp's Vita


1821:
Am 17. Mai als Sohn von Webersleuten in Stephansried/Ottobeuren geboren

1844: Besuch des Gymnasiums in Dillingen

1845: Erkrankung an Tuberkulose

1848: Abitur und Studium der Theologie an der Universität München. Er entdeckt in der Bibliothek ein Buch über die Wirkung von Wasser bei Krankheiten und beginnt sich selbst mit Bädern in der Donau zu therapieren. Dabei gelangt er zu der Überzeugung, dass das Wasser für ihn das einzige Heilmittel sein wird.

1852: Priesterweihe in der Basilika von Ottobeuren

1855: Geistlicher Leiter des Dominikanerinnenklosters Wörishofen

1881: Antritt der Pfarrstelle in Wörishofen

1885: Erzabt Maurus Wolter schickt Pater Ildefons nach Wörishofen, um die Wasserheilmethode nach Kneipp aufzuschreiben

1845: Erste Auflage des Buchs „Meine Wasserkur“, durch das Wörishofen zum Kurort wurde

1891: Eröffnung der 1. Stiftung Kneipps, das Kurhaus SEBASTIANEUM

1892: Die Barmherzigen Brüder kommen nach Wörishofen, um die Kneipptherapie zu erlernen

1893: Eröffnung der 2. Stiftung Kneipps, die KINDERHEILSTÄTTE

1894: Übergabe des SEBASTIANEUMS an die Barmherzigen Brüder; Kneipp reist zu Papst Leo XIII nach Rom

1896: Eröffnung der 3. Stiftung Kneipps, das KNEIPPIANUM 1897: Sebastian Kneipp stirbt am 17. Juni im Dominikanerinnenkloster in Bad Wörishofen

Kneipp‘s Lehre

Sebastian Kneipp stammte aus sehr einfachen Verhältnissen. Er erkrankte mit 28 Jahren an Tuberkulose und sein Arzt machte ihm keine große Hoffnung auf Genesung.

Umso erstaunlicher ist seine Geschichte und die Gesundheitsbewegung, die er mit seiner Wasserkur begründet hat.

Den Anstoß zur Heilung von Leiden mit Wasser gab ihm das frühe Werk von Johann Siegmund Hahn (1696-1773) „Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers“, welches er als Student in der Universitätsbibliothek entdeckte.

Er teste die Hydrotherapie Hahns zuerst an sich selbst und überwand seine eigene Krankheit. Angetrieben durch diesen Erfolg behandelte er bald Mitmenschen mit seiner Wasserkur.

Als Kurpfuscher bezeichnet, weil er keine medizinische Ausbildung hatte, wurde Sebastian Kneipp von Apothekern und Medizinern gerügt und verklagt. Trotzdem therapierte er weiter und erzielte Heilung und Besserung, wo die klassische Medizin nichts ausrichten konnte.

Mittlerweile ist die Kneippbewegung weltweit in ca. 27 Ländern über den Dachverband KNEIPP WORLDWIDE organisiert.