Lymphdrainage

Lymphdrainage

Ein Lymphödem entsteht, wenn infolge einer chronischen, entzündlichen Erkrankung des Interstitiums (Zwischenraum zwischen Zellen, Geweben, Organen) der Lymphabfluss gestört ist, sodass sich Flüssigkeit im Gewebe staut. Erkennbar ist dies an einer deutlich sichtbaren Schwellung. Häufig treten Lymphödeme an den Gliedmaßen auf, aber auch im Gesicht und Rumpf können sich Lymphödeme bilden.

Die manuelle Lymphdrainage ist aus der Physiotherapie bekannt und zielt darauf ab, überschüssige bzw. angestaute Gewebsflüssigkeit abzutransportieren. Die Gewebsflüssigkeit selbst besteht aus Wasser, das Proteine und Nährstoffe enthält. Ihre Funktion besteht vor allem darin, dass das Immunsystem des Körpers vor Erregern und Infekten geschützt wird. In den lymphatischen Organen werden Lymphozyten gebildet, die den Körper vor Krankheitserregern schützen. Dabei werden die gebildeten Lymphozyten zusammen mit Abfallprodukten des Stoffwechsels zu den Lymphknoten transportiert, wo schädliche Erreger oder Bakterien ausgesiebt werden.

Mit verschiedenen Druck-, Kreis-, Dehn- und Grifftechniken, die manuell ausgeführt werden, können Ödeme gezielt behandelt werden, um die betroffenen Stellen von gestauten Ablagerungen zu befreien. Die Lymphdrainage zielt darauf ab, die Kontraktionen der geschwächten Lymphgefäße so zu fördern, dass angestaute Flüssigkeiten besser weiter transportiert bzw. gelöst werden können. Sind die Stauungen gelöst bzw. konnte die eingeengte Gewebsflüssigkeit mitsamt Bakterien und Viren zum Weiterfluss bewegt werden, gehen Schwellungen oder Entzündungen zurück und der Körper gelangt zu seiner ursprünglichen Funktion zurück. Im Übrigen kann die Lymphdrainage – neben der Behandlung von Ödemen – einen insgesamt entspannenden und schmerzlindernden Effekt auf den Körper haben. So kann die Lymphdrainage zu einer guten Verdauung sowie verbesserten Mobilität des Körpers beitragen.

Ein funktionierendes Lymphsystem bildet die Basis für ein stabiles Immunsystem. Im Allgemeinen stärkt die Lymphdrainage das Immunsystem, beugt Wassereinlagerungen vor und baut inneren Stress ab, um den Körper langfristig stabil und stark zu halten.

Indikationen:

  • Phlebo-lymphostatisches Ödem
  • Posttraumatisches/postoperatives Ödem
  • Lipödem/Lipolymphödem
  • Zyklisch-idiopathisches Ödem
  • Bewegungsapparat-Erkrankungen bei rheumatischen Erkrankungen
  • Sklerodermie
  • Morbus Sudeck (CRPS = Complex Regional Pain Syndrom)

Kontraindikationen sind insbesondere:

  • Ausgeprägte Herzinsuffizienz, meist Stadien 3 und 4 (Kardiales Ödem)
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • erhöhte Temperatur des Körpers ab 37,5 Grad Celsius
  • entzündliche Vorgänge mit unklarer Genese (pathogene Keime)
  • akute, tiefe Beinvenenthrombose aber auch akute Thrombophlebitis
  • Erysipel (Wundrose) generell
  • akute, fieberhafte oder bakterielle Entzündungen
  • kardiales Ödem

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