Die Kneipp’sche Kräuterfachfrau

Erika Jäger ist medizinische Bademeisterin und Kursleiterin für Pflanzenheilkunde im Sebastianeum.

Jeden Montagnachmittag steht bei unseren Patienten:innen ein „Kräuterworkshop“ auf dem Therapieprogramm und ab der Mittagszeit sieht man Frau Erika Jäger mit einer Gruppe durch unseren Park gehen und es wäre als würde man einem wandelnden Pflanzenlexikon lauschen.

Die Liebe zu Kräutern und Kneipp begleitet Frau Jäger bereits seit Kindheitstagen, denn in der elterlichen Landwirtschaft gab es viele Berührungspunkte zu unzähligen Pflanzen. Durch den nahen Wohnort zu Bad Wörishofen war auch das Thema „Kneipp“ bereits in jungen Jahren sehr präsent. Nach der täglichen Stallarbeit ging es regelmäßig in das Nachbardorf zur Wassertretstelle, die bekanntlich eine der kältesten Tretanlagen in der Umgebung ist.

Nachdem Frau Jäger die Schule abgeschlossen hat, begann sie auf Empfehlung ihrer Eltern eine Lehre als ländliche Hauswirtschafterin und pflegte ihre Großeltern. Mit 22 Jahren konnte sie eine Ausbildung zur medizinischen Bademeisterin in Bad Wörishofen beginnen. „Das war schon immer mein Traum“ berichtet sie. Anschließend arbeitete sie in einem Kurheim in Bad Wörishofen als Allrounderin. Von der Durchführung von Wickeln und Güssen bis hin zum Frühstücksservice war in ihrem Alltag alles vertreten. Im Jahre 2007 wechselte sie in das Kneippianum und war dort anfangs hauptsächlich für Abendbehandlungen zuständig. Im Jahre 2010 bildete sie sich zur Kursleiterin für Kräuterheilkunde weiter und bald darauf begann sie, neben den Arbeiten als medizinische Bademeisterin, mit den Gästen des Kneippianums und des Sebastianeums Kräuterwanderungen und Workshops zu veranstalten. Ihr Portfolio umfasst beispielsweise das Herstellen von Kräutersalz, Kräuterpeeling, Balsam, Entspannungssäckchen u.v.m.

Auf die Frage, was die Arbeit im Sebastianeum und ihren Beruf so besonders macht, antwortet sie „Das Sebastianeum ist einfach ein richtiges Kneipp-Haus. Die Kneipp´sche Lehre steht hier stets im Vordergrund und die Anwendungen werden noch unverfälscht nach Kneipp angewendet. Gerade die Kräuterheilkunde ist für mich so vielfältig und für alle Jahreszeiten unterschiedlich anwendbar.“

Als Impuls gibt sie den Patienten:innen stets mit auf den Weg, dass man die Schönheit und den Duft der Natur wahrnehmen soll. Beispielsweise blüht demnächst das Mädesüß, was wunderbar mandelartig riecht. Auch was auf den ersten Blick als Unkraut wahrgenommen wird, kann in vielen Fällen wunderbar verarbeitet werden und die Gesundheit in verschiedenster Weise fördern.

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