
Sebastian Kneipp stammte aus sehr einfachen Verhältnissen. Er erkrankte mit 28 Jahren an Tuberkulose und sein Arzt machte ihm keine große Hoffnung auf Genesung. Umso erstaunlicher ist seine Geschichte und die Gesundheitsbewegung, die er mit seiner Wasserkur begründet hat.
Den Anstoß zur Heilung von Leiden mit Wasser gab ihm das frühe Werk von Johann Siegmund Hahn (1696-1773) „Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers", welches er als Student in der Universitätsbibliothek entdeckte. Er teste die Hydrotherapie Hahns zuerst an sich selbst und überwand seine eigene Krankheit. Angetrieben durch diesen Erfolg behandelte er bald Mitmenschen mit seiner Wasserkur. Als Kurpfuscher bezeichnet, weil er keine medizinische Ausbildung hatte, wurde Sebastian Kneipp von Apothekern und Medizinern gerügt und verklagt. Trotzdem therapierte er weiter und erzielte Heilung und Besserung, wo die klassische Medizin nichts ausrichten konnte. Mittlerweile ist die Kneippbewegung weltweit in ca. 27 Ländern über den Dachverband KNEIPP WORLDWIDE organisiert.
Bei Kneipp denkt jeder sofort an Wassertreten und kalte Güsse. Doch das Wasser ist nur eine der so genannten „fünf Säulen“ der Kneipp-Kur. Im Laufe der Jahre entwickelte Kneipp aus seinem Erfahrungsschatz und Gesprächen mit Patienten seine eigene Therapiemethode. Diese ist bis heute das einzige ganzheitliche naturheilkundliche Verfahren in Europa. Im Sebastianeum stützt sich ein Gesundheitsurlaub nach Kneipp auf die fünf Elemente Hydrotherapie (Wasser), Phytotherapie (Kräuter), Bewegung, Ernährung und Lebensordnung. Das Sebastianeum bringt mit allen fünf Säulen Körper, Geist und Seele seiner Gäste in eine harmonische Balance.
1821: Am 17. Mai als Sohn von Webersleuten in Stephansried/Ottobeuren geboren
1844: Besuch des Gymnasiums in Dillingen
1845: Erkrankung an Tuberkulose
1848: Abitur und Studium der Theologie an der Universität München. Er entdeckt in der Bibliothek ein Buch über die Wirkung von Wassers bei Krankheiten und beginnt sich selbst mit Bädern in der Donau zu therapieren. Dabei gelangt er zu der Überzeugung, dass das Wasser für ihn das einzige Heilmittel sein wird.
1852: Priesterweihe im Kloster von Ottobeuren
1855: Geistlicher Leiter des Dominikanerinnenklosters Wörishofen
1881: Antritt der Pfarrersstelle in Wörishofen
1885: Erzabt Maurus Wolter schickt Pater Ildefons nach Wörishofen, um die Wasserheilmethode nach Kneipp aufzuschreiben
1845: Erste Auflage des Buchs „Meine Wasserkur“, durch das Wörishofen zum Kurort wurde
1891: Eröffnung der 1. Stiftung Kneipps, das Kurhaus SEBASTIANEUM
1892: Die Barmherzigen Brüder kommen nach Wörishofen, um die Kneipptherapie zu erlernen
1893: Eröffnung der 2. Stiftung Kneipps, die KINDERHEILSTÄTTE
1894: Übergabe des SEBASTIANEUMS an die Barmherzigen Brüder; Kneipp reist zu Papst Leo XIII nach Rom
1896: Eröffnung der 3. Stiftung Kneipps, das KNEIPPIANUM
1897: Sebastian Kneipp stirbt am 17. Juni im Dominikanerinnenkloster in Bad Wörishofen